Familienratgeber

Infos für Familien von A bis Z

Mehrlingskinder

Mehrlingskinder

Familien mit Mehrlingen sind finanziell stärker belastet, daher ist es sinnvoll, sich über Ansprüche auf staatliche Leistungen wie Mutterschafts- und Elterngeld und ggf. Sozialhilfe zu informieren. Kommen Mehrlinge zur Welt, werden für das zweite und jedes weitere Kind zusätzlich zum Elterngeld 300 Euro je Kind gezahlt.

Familien in besonderen Notlagen können auch finanzielle Unterstützung über die Bundesstiftung „Mutter und Kind“ beantragen.

Einige Kommunen zahlen bei Mehrlingsgeburten ab Drillingen ein Begrüßungsgeld. Man sollte sich unbedingt vor der Geburt bei der Kommune  über evtl. Vergünstigungen wie etwa ermäßigte Gebühren etc. informieren.

Achtung: Mit der Änderung des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) zur Einführung des Elterngeld Plus wird ein Grundsatzurteil des Bundessozialgerichts von Juni 2013 (AZ: B 10 EG 8/12 R u. B 10 EG 3/12 R) außer Kraft gesetzt. Für das Elterngeld bei Mehrlingsgeburten wird gesetzlich klargestellt: Es gelten wieder die Regelungen, wie sie ursprünglich vom Gesetzgeber gedacht waren.

Eltern von Mehrlingen haben folglich nur einen Elterngeldanspruch pro Geburt und erhalten den Mehrlingszuschlag in Höhe von 300 Euro je weiterem Kind. Die Änderung tritt zum 1. Januar 2015 in Kraft und gilt für alle ab dem 1. Juli 2015 geborenen Kinder.

Nach dem Urteil des Bundessozialgerichts konnten Eltern, die vor der Geburt beiderseits berufstätig waren, z. B. bei Zwillingen doppeltes Elterngeld beziehen, wenn sie sich beide vierzehn Monate lang für die Betreuung der Neugeborenen eine Auszeit vom Job nahmen.

Mutterschutz und Elternzeit bei Mehrlingsgeburten

Die Mutterschutzfrist beginnt auch bei Mehrlingsschwangerschaften erst 6 Wochen vor der Geburt. Sie endet aber bei Mehrlingsgeburten erst 12 Wochen nach der Geburt.

Für die Elternzeit gilt: Für jedes Kind besteht Anspruch auf Elternzeit bis zum vollendeten dritten Lebensjahr – auch bei Mehrlingsgeburten. Viele Eltern werden fragen, was bringt das, wenn die Zwillinge oder Drillinge doch zum gleichen Zeitpunkt das dritte Lebensjahr vollenden?

Das bringt insofern etwas, als nicht genutzte Zeitanteile der Elternzeit bis zu 12 Monaten – mit Zustimmung des Arbeitgebers! – auf ein späteres Lebensjahr des Kindes übertragen werden können. Unser Beispiel zeigt, wie Eltern von Zwillingen das z. B. nutzen können:

Sie beantragen für den Zwilling 1 die Elternzeit nur bis zur Vollendung seines zweiten Lebensjahres und melden für den Zwilling 2 eine Elternzeit ab dem zweiten Geburtstag bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres an. Damit haben sie bei jedem der Zwillinge 12 Monate Elternzeit gespart und können – vorausgesetzt der Arbeitgeber stimmt dieser Übertragung zu – für jeden Zwilling ein weiteres Jahr Elternzeit später (bis zur Vollendung des achten Lebensjahres der Zwillinge) nutzen. In unserem Beispiel erreichen die Zwillingseltern so eine maximale Elternzeit von 5 Jahren.

 Hilfreich sind auch Selbsthilfegruppen für Mehrlingseltern, die es in vielen Städten gibt. Hier finden Familien nicht nur praktische Tipps und die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch, sondern häufig auch die Möglichkeit günstige Angebote für Umstandsmode, Babyausstattung und anderes zu nutzen.

Beratungsangebote in Wohnortnähe findet man unter www.dajeb.de

Infos gibt es auch unter www.abc-club.de