Familienratgeber

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Schwangerschaftsvergiftung

Schwangerschaftsvergiftung (Gestose)

Eine EPH-Gestose (früher auch Prä-Eklampsie, pre-eclampsia oder Schwangerschaftsvergiftung) kommt in fünf bis zehn Prozent aller Schwangerschaften vor. Symptome der klassischen Gestose sind Wassereinlagerungen in den Beinen und Händen (Ödeme), erhöhter Blutdruck und Eiweiß im Urin. Es gibt aber noch andere Erscheinungsformen, bei denen z.B. die Ödeme fehlen, das Baby aber nicht ausreichend versorgt wird (Plazentainsuffizienz). Diese Form entsteht meist durch Nährstoffmangel zu einem frühen Zeitpunkt in der Schwangerschaft, manchmal sogar schon vor der Empfängnis. Auch immunologische Ursachen können bei manchen Frauen zu dieser Erkrankung führen. Die EPH-Gestose ist bis zu 50% verantwortlich für Frühgeburten.

Eine ausgewogene Ernährung mit eiweißreicher, kalorienreicher und keineswegs salzarmer Kost kann einen positiven Einfluss auf den Verlauf der Schwangerschaft haben und das Auftreten einer Gestose in vielen Fällen verhindern oder lindern helfen. Selbst bei schon bestehenden Beschwerden, vor allem Ödemen, können diese erheblich gemindert werden. Entwässerungsmittel - auch pflanzliche, wie Brennesseltee - dürfen nicht eingesetzt werden!

Eine besondere Variante ist das sog. HELLP-Syndrom, bei dem die Leberfunktion nachlässt, so dass es zu Gerinnungsstörungen kommen kann. Vom HELLP-Syndrom spricht man, wenn sich die Blutgerinnungswerte drastisch verschlechtern und bestimmte Leberwerte stark ansteigen. Das häufigste Anzeichen hierfür sind unerträgliche Schmerzen im Oberbauch, die bis in den Rücken ausstrahlen können. In Amerika hat man gute Erfahrungen damit gemacht, bei ersten Beschwerden die Eiweißzufuhr über die Nahrung erheblich zu erhöhen, um so die Leberfunktion zu unterstützen. Dazu gehört auch eine angemessene Menge an Vitamin B6, damit das Eiweiß aufgenommen werden kann.

Höheres Risiko bei Mehrlingsschwangerschaften

Bei Frauen, die Mehrlinge erwarten, ist das Risiko an Gestose oder dem HELLP-Syndrom zu erkranken höher. Grund dafür ist der Mehrbedarf an Nährstoffen für die Entwicklung der Kinder. Es ist eine größere Blutmenge notwendig als bei Einlingsschwangerschaften; eine erhöhte Nährstoffzufuhr ist somit auch für die Blutbildung notwendig.

Als Faustregel kann man pro Kind einen Bedarf von ca. 30 g Eiweiß und ca. 300 kcal. täglich annehmen. Auch der Salzbedarf ist entsprechend höher, damit die Flüssigkeit möglichst lange im Blutgefäß gehalten wird. Auf diese Weise wird die gute Versorgung der Kinder gewährleistet.