Bei Mehrlingen ist vieles anders, auch das Stillen. Mehrlingseltern haben einen erheblich höheren Zeitaufwand beim Versorgen ihrer Kinder und auch körperlich ist die Belastung, gerade für die Stillende hoch. Deshalb wird bei Drillingen vom Stillen eher abgeraten, die Frau wäre nahezu ununterbrochen damit beschäftigt. Bei Zwillingen ist das Stillen durchaus möglich, es bedarf allerdings einiger Vorbereitungen:
Anfangs wird Füttern nach Bedarf (ad libitum) empfohlen. Wann immer die Kinder hungrig zu sein scheinen, sollen sie trinken dürfen. Das ist wichtig, denn die Milchproduktion richtet sich nach den Trinkbedürfnissen der Säuglinge. Das bedeutet natürlich auch, dass die Stillende nahezu rund um die Uhr beschäftigt ist.
Im Laufe der Zeit wird sich in der Regel die Trinkdauer verlängern, so dass sich ein Vier-Stunden-Rhythmus einspielt. Auch sollte man versuchen, die Babys gleichzeitig zu stillen. Das bedeutet aber, dass unter Umständen das schlafende Kind geweckt werden muss, wenn ein Baby hungrig ist. Das müde Kind trinkt dann vielleicht weniger, aber man sollte versuchen, die Kinder an einen gleichen Rhytmus zu gewöhnen. Ein weiterer Vorteil des „Simultan-Fütterns“ ist, dass die Brüste immer gleichzeitig leer werden.
Da das Stillen täglich mehrere Stunden in Anspruch nimmt, werden Hals, Schultern und Rücken extrem belastet, was zu schmerzhaften Muskelverspannungen führen kann. Die Stillende sollte darauf achten, dass der Rücken optimal abgestützt ist und links und rechts dicke Polster liegen, auf die die Babys so abgelegt werden, dass sie die Brustwarzen bequem erreichen können. Auch ein Stillkissen kann sich dabei als nützlich erweisen. Ein guter Platz, Zwillinge zu füttern, ist ein Sofa oder ein Bett, wo man sich hinten anlehnen kann.
Es kann sinnvoll sein, die Seiten regelmäßig zu wechseln, so dass das Baby, welches mehr Hunger hat, immer die vollere Brust bekommt. Auch wenn die Kinder unterschiedlich stark zunehmen, sollte gewechselt werden.
Zu Beginn sind etwa 5-7 Minuten pro Mahlzeit für jedes Baby ausreichend. Die Stilldauer sollte zur Schonung der Brustwarzen auch immer so kurz wie möglich gehalten werden. Später wird jedes Kind eine Brust nach durchschnittlich 10 Minuten leergetrunken haben. Viele Babys nuckeln allerdings so gerne, dass sie auch dann nicht loslassen, wenn sie längst keinen Hunger mehr haben. Das kann zu wunden Brustwarzen und zu Schmerzen beim Stillen führt. Daher sollte man das Stillen konsequent nach angemessener Zeit beenden.