Häufigkeit von Mehrlingsgeburten
Die Häufigkeit von Mehrlingsgeburten errechnet sich nach der sogenannten “Hellinschen Regel”. Diese Regel zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zwillingsgeburt bei 1,8%, die einer Drillingsgeburt bei 0,014% und die Wahrscheinlichkeit einer Vierlingsgeburt bei 0,0001%.
Bei der Reagenzglasbefruchtung erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsgeburt und auch bei anderen reproduktionsmedizinischen Maßnahmen sind die Zahlen deutlich höher als bei natürlich entstandenen Schwangerschaften.
Mögliche Risiken
Die Geburt von Mehrlingen kann durchaus belastend sein. Der finanzielle und organisatorische Aufwand ist wesentlich höher, als bei Einlingsgeburten. Im Vordergrund stehen aber die medizinischen Risiken, die bei der Schwangerschaft eintreten können. Daher ist es wichtig, Gynäkologen aufzusuchen, die Erfahrung mit Mehrlingsschwangerschaften haben. Als mögliche Risiken sind zu nennen:
- Mehrlingsschwangerschaften haben ein größeres Risiko für Frühgeburtlichkeit, bei Drillingen ist dies ausnahmslos der Fall. Die Unreife der kindlichen Organe kann je nach Zeitpunkt der Geburt zu bleibenden Schäden führen. Im Schnitt werden Zwillinge 5 vor dem Termin geboren, bei Drillingen sind es 8 Wochen.
- Es können vorzeitige Wehen auftreten. Die Vorstufe der Frühgeburtlichkeit führt zu ambulanten, oft aber auch stationärer Behandlung.
- Untersuchungen in Deutschland zeigten, daß bei jeder zweiten Drillingsschwangerschaft entweder eines der Kinder noch vor oder kurz nach der Geburt verstarb oder bleibende Schäden wie Geistige Behinderungen, Hörstörungen und Lähmungen oder Sehstörungen durch die oft langandauernde Beatmung der Kinder entstanden.
- Schwangerschaftskomplikationen wie Wassereinlagerungen, Nierenstörungen, erhöhter Blutdruck, akute Leberschädigungen, Schwangerschaftsdiabetes und Schwangerschaftsvergiftung treten bei Mehrlingsschwangerschaften häufiger auf als bei Einlingen.
- Bei Zwillingen sind Totgeburten 6x häufiger als bei Einlingsschwangerschaften.
- Bei Mehrlingen sind oft “Kaiserschnitte” notwendig bei der Entbindung, bei Drilligen ist dies die Regel.