Familienratgeber

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Einkommen- und Lohnsteuer

Wer muss wann eine Einkommensteuererklärung abgeben?

Nichtarbeitnehmer müssen beim Finanzamt immer eine Einkommensteuererklärung einreichen, wenn ihre Einkünfte abzüglich Werbungskosten, Betriebsausgaben, Sparerfreibetrag, Altersentlastungsbetrag und ähnlichem den steuerlichen Grundfreibetrag für Alleinstehende, ggf. Ehepaare übersteigen.

Tipp: Nichtveranlagungsbescheinigungen
Im Jahr 2010 sind Einnahmen bis zu einem Betrag von 8.004 /16.008 Euro (Alleinstehende/ zusammen veranlagte Verheiratete) steuerfrei gestellt. Liegt das zu versteuernde Einkommen unter diesen Beträgen, dann kann beim Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragt werden. Ihr Vorteil: Wenn sich die Einnahmesituation nicht ändert, muss für die nächsten drei Jahre keine Einkommensteuererklärung mehr abgeben werden. Die Nichtveranlagung beantragt man auf einem amtlichen Formular, das beim Finanzamt oder auf den Internetseiten des Bundesministeriums der Finanzen unter www.bundesfinanzministerium.de erhältlich ist.

Für Arbeitnehmer gilt in der Regel die Einkommensteuer mit dem Steuerabzug vom Lohn als abgegolten. Sie können aber freiwillig eine Erklärung einreichen, wenn sie eine Erstattung erwarten.

Wichtig: In folgenden Fällen aber müssen Arbeitnehmer eine Steuererklärung abgeben (§46 Abs. 2 EStG),

  • wenn das Finanzamt ihnen auf der Lohnsteuerkarte einen Freibetrag eingetragen hat,
  • wenn ihre weiteren Einkünfte, von denen keine Lohnsteuer abgezogen wurde - etwa Renten, Mieten etc. -,  mehr als 410 Euro betragen, 
  • wenn Arbeitnehmer bei mehreren Arbeitgebern gleichzeitig Arbeitslohn bezogen haben (Ausnahme Minijob: Er muss nicht bei der Einkommensteuererklärung angegeben werden),
  •  wenn steuerfreie Lohnersatzleistungen wie z. B. Arbeitslosengeld I, Krankengeld, Kurzarbeitergeld oder Elterngeld bezogen haben,
  • wenn beide Ehegatten Arbeitslohn bezogen haben und einer von ihnen nach der Steuerklasse V oder VI besteuert wurde.

Abgabe - Fristen

Ist die Abgabe der Einkommensteuererklärung Pflicht, dann gelten folgende Fristen:

Wer seine Erklärung selbst anfertigt, muss sie bis zum 31. Mai des Folgejahres für das vorangegangene Jahr abgeben. Kann man diesen Termin nicht einhalten, muss man mit triftiger Begründung beim Finanzamt um Fristverlängerung nachsuchen. Anderenfalls kann das Finanzamt Verspätungszuschläge erheben.

Wer seine Steuererklärung über einen Lohnsteuerhilfeverein oder Steuerberater erstellen lässt, muss sie spätestens zum 31. Dezember der Folgejahres einreichen.

Eine freiwillige Steuererklärung zum Zwecke einer Steuererstattung wird auch noch nach vier Jahren vom Finanzamt akzeptiert – z. B. ist für 2007 der späteste Abgabetermin der 31. Dezember 2011.

Die freiwillige Erklärung kann sich u. a. lohnen, wenn ein Arbeitnehmer während eines Kalenderjahres nicht ununterbrochen beschäftigt war und wenn Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen entstanden sind, für die kein Freibetrag im Vorhinein auf der Lohnsteuerkarte eingetragen wurde.

Formulare für eine Einkommensteuererklärung erhält man beim Finanzamt sowie im Internet zum ausfüllen und ausdrucken am PC. Auch eine elektronische Steuererklärung online ist möglich (Elster).