Familienratgeber

Infos für Familien von A bis Z

Finanzielle Hilfen bei Aus- und Weiterbildung

Wie wird Weiterbildung gefördert?

Weiterbildung und lebenslanges Lernen gelten als vorrangige bildungspolitische Aufgabe. Der Staat unterstützt die persönliche Bereitschaft zur beruflichen Weiterbildung durch finanzielle Anreize und durch steuerliche Vorteile:

  • Selbstständige und Angestellte, die mindestens 15 Stunden pro Woche erwerbstätig sind, können einmal jährlich einen Prämiengutschein von bis zu 500 Euro erhalten. Voraussetzung ist, dass ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen 20.000 €/40.000 € (allein stehend/gemeinsam veranlagte Ehepaare) nicht übersteigt. Außerdem müssen sie mindestens die gleiche Summe aus eigenen Mitteln für die Weiterbildung aufbringen. Das Programm ist zunächst befristet bis Anfang 2014.

    Die Prämiengutscheine erhält man in fast 600 ausgewählten Beratungsstellen, die unter www.bildungspraemie.info/de im Internet zu finden sind. Voraussetzung für einen Prämiengutschein ist ein persönliches Beratungsgespräch in der Beratungsstelle.
    Hotline Bildungsprämie: 0800 2623-000 Email-Adresse: bildungspraemie@dlr.de 
  • Das Vermögensbildungsgesetz wurde um das „Weiterbildungssparen“ erweitert: Das heißt, zur Finanzierung von Weiterbildung ist es möglich, aus dem gesparten Guthaben auch dann schon Geld zu entnehmen, wenn die festgelegte Sperrfrist noch nicht abgelaufen ist. Die Arbeitnehmersparzulage geht dadurch nicht verloren. (Vermögensbildungsgesetz) Das „Weiterbildungssparen“ können alle Erwerbstätigen unabhängig vom Einkommen nutzen.
    Zur Geldentnahme erhalten die Interessierten von der Bildungsberatungsstelle (s. oben), ähnlich wie den Prämiengutschein, einen Spargutschein. Wie mit beiden weiter zu verfahren ist, darüber informiert die Beratungsstelle.
  • Bei höherem Einkommen kann bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein Bildungskredit in Anspruch genommen werden.

    Wichtig:
    Erlaubt sind auch Kombinationen aus allen drei Weiterbildungsförderungen, Prämie, Sparplanentnahme und Kredit. Und alle bundesweiten Maßnahmen sind für Bürger Nordrhein-Westfalens mit dem Bildungscheck Nordrhein -Westfalenzu kombinieren.
  • Die berufliche Aufstiegsfortbildung wird durch das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) in allen Berufsbereichen finanziell gefördert und unterstützt. (Siehe Aufstiegsfortbildungsförderung / „Meister - BAföG“)
  • Steuervorteile: Wer bereits eine Berufsausbildung hat und sich aus privater Tasche fortbildet, kann bei den Einkünften aus nicht selbstständiger Arbeit die Ausgaben unbegrenzt als Werbungskosten steuerlich absetzen. Voraussetzung ist, dass die Weiterbildung dem jeweiligen Beruf, den man ausübt, wirklich nutzt. Steuerlich interessant ist das jedoch erst dann, wenn mit den Weiterbildungskosten die Arbeitnehmerpauschale im Steuerjahr überschritten wird. (Was mindert die Steuerlast?)