Jede Familie wird automatisch vom Schulamt benachrichtigt, wenn ihr Kind eingeschult werden muss. In Deutschland gibt es eine Schulpflicht. Jedes Kind muss ab einem bestimmten Alter die Schule besuchen. Die Stichtage für das Einschulungsalter je Schuljahr:
Ein Kind, das bis zu diesem Zeitpunkt seinen 6. Geburtstag gefeiert hat, muss zu Beginn des nächsten Schuljahres eingeschult werden. Zurückstellungen sind nur in absoluten Ausnahmefällen möglich. Während der neuen, flexiblen Schuleingangsphase kann die Einschulung auf den individuellen Bedarf des Kindes zugeschnitten werden. Einer vorzeitigen Einschulung kann die jeweilige Grundschulleitung - nach Feststellung der Schulreife- zustimmen. Die Vollzeitschulpflicht endet mit Abschluss der Klasse 9 oder 10 einer weiterführenden Schule.
Kinder entwickeln sich unterschiedlich schnell, deshalb ist der momentane geistige, sprachliche und motorische Entwicklungsstand jedes Kindes unterschiedlich. In der Vergangenheit wurden Kinder, denen die Schulreife noch nicht unterstellt wurde, von dem Schulbesuch für ein Jahr zurückgestellt. Mit dem neuen Schulgesetz in NRW hat sich diese Praxis gewandelt: Nicht das Kind muss vorab seine Schulreife beweisen, sondern Eltern, Erzieher und Pädagogen haben gemeinsam die Aufgabe, das Kind über die vorschulische Phase bis in die Schuleingangsphase auf die Schullaufbahn vorzubereiten. Der unterschiedliche Entwicklungsstand in der Schuleingangsphase (1. und 2. Schuljahr) wird durch gezielte Förderung der Kinder aufgefangen.
Jedes Kind, was eingeschult wird, muss außerdem Mindesvoraussetzungen im Bereich der deutschen Sprache erfüllen. Die sogenannte Sprachstandsfeststellung wird bei Kindern im Alter von vier Jahren - also zwei Jahre vor der Einschulung - durchgeführt. Dabei wird festgestellt, ob das Sprachvermögen altersgemäß entwickelt ist und ob das Kind die deutsche Sprache hinreichend beherrscht. Wenn das Kind zum Zeitpunkt der Schulanmeldung noch nicht ausreichend Deutsch kann, nimmt es an einer vorschulischen Sprachförderung teil. Dabei arbeiten Kindertageseinrichtungen und Grundschulen zusammen. Die jeweilige Schulleitung berät und informiert über das Angebot von Fördermaßnahmen.
Die Einschulung ist eines der wichtigsten Ereignisse im Leben eines Kindes, sie sollte daher entsprechend vorbereitet und gefeiert werden. In der Regel laden die Schulen die Eltern ihrer neuen Erstklässler noch vor dem Schulbeginn zu einem Informationsabend ein, an dem z.B. darüber informiert wird, welche Materialien angeschafft werden sollten (Schreibstifte, Malkasten u.Ä.). Findet kein solcher Abend statt, erhalten die Eltern eine schriftliche Information. Die Empfehlungen der Schule sollten Grundlage für den Einkauf der Utensilien sein, damit dem Kind beim Schulstart nicht wichtige Dinge fehlen. Am ersten Schultag, an dem beide Elternteile, Oma, Paten teilnehmen sollten, findet in den meisten Schulen eine kleine Einführungsfeier statt, bei der Schüler etwas vortragen oder vorspielen und die Schulleiterin bzw. der Schulleiter einige Begrüßungsworte spricht. Daran nehmen alle teil - Erstklässler wie auch ihre Angehörigen. Irgendwann gehen die Kinder in die Klassenräume. Dabei achten die Lehrer meist darauf, dass die Eltern nicht die ganze Zeit anwesend sind, damit die Kinder schon einen ersten Eindruck vom Unterricht bekommen. Nach dieser ersten Unterrichtsstunde gibt es dann die Schultüte und vielleicht das eine oder andere Geschenk.
Die Schultasche ist sozusagen der Aktenkoffer des Schülers. Es ist daher wichtig, dass er auf seine Bedürfnisse zugeschnitten ist. Alle benötigten Unterrichtsmaterialien müssen Platz finden, ohne dass sie zerknittern. Die Schultasche darf nicht zu schwer sein, ihr Gewicht sollte mit allen Büchern und Unterlagen 10 bis 12 % vom Körpergewicht des Schülers nicht überschreiten. Um Haltungsschäden zu vermeiden und damit das Kind die Hände frei hat, sollte die erste Schultasche auf dem Rücken zu tragen sein. Über all den nützlichen Erwägungen dürfen Sie selbstverständlich nicht vergessen, dass Ihrem Kind die Schultasche gefallen muss. Zu empfehlen sind Leuchtstreifen oder Katzenaugen, damit das Kind im Dunkeln rechtzeitig gesehen wird.
Wichtig: Überprüfen Sie bei Ihrem Grundschulkind möglichst täglich die Schultasche, damit es nicht zu viele Dinge hin und her trägt und keine Benachrichtigung der Schule verloren geht.
Vor allem Eltern von Grundschulkindern sollten sich Gedanken über den Schulweg der Kinder machen. Ältere Kinder und Jugendliche sind meist schon selbstständig genug, um alleine zur Schule zu gehen oder mit dem Fahrrad zu fahren. Grundschulkinder dagegen müssen noch lernen, dass sie nicht hektisch über die Fahrbahn laufen, weil auf der anderen Seite Freunde warten. Sie müssen üben, gefährliche Straßen zu überqueren, und sich ganz einfach den Weg einprägen. Eltern sollten daher mit ihrem Kind den Schulweg üben, z.B. den Wochenendspaziergang auf den Schulweg verlegen. Experten sind sich nicht einig, ob es besser ist, wenn die Kinder alleine oder mit anderen Kindern zusammen zur Schule und nach Hause gehen. Beides hat Vor- und Nachteile, wichtig ist in jedem Fall, dass die Kinder bestimmte Regeln einhalten: Ampelzeichen beachten, möglichst Fußgängerüberwege oder Straßen mit Schülerlotsen benutzen, notfalls die Straße auf geradem und kürzestem Weg überqueren, niemals über Ampelkreuzung oder Straße rennen, immer auf Autos achten, in beide Richtungen schauen, ob die Straße frei ist. Wichtig: Erstklässler sollten in keinem Fall mit dem Fahrrad zur Schule fahren!
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